Anhängerkupplung


Grundsätzlich ist beim Vorhandensein einer AHK an einem Typ 81/85 Skepsis angebracht;
da die Autos konstruktionsbedingt an Front und Heck sehr weich ausgelegt sind,
eignet sich der Typ 81/85 nicht zum langfristigen Ziehen schwerer Anhängelasten.

Es sind in der Szene Autos bekannt, die regelmäßig über die erlaubte Anhängelast hinaus belastet wurden
und deren Heck mittlerweile meßbar um mehrere cm in die Länge gezogen wurde.

Durch das Fehlen von Karosserielängsträgern im Bereich des Kofferraums sitzen die Aufnahmepunkte im Bodenblech sowie den Stoßdämpferdomen.
Bei sich über die Jahre lockernden (oder nicht fachmännisch installierten) Verschraubungen sind beim Ausbau
oft deutliche Verformungen rund um die Befestigungspunkte sowie zu Langlöchern mutierte Bohrungen zu finden.

Besonders die Quattro-Modelle mit höherer Anhängelast litten hier unter einer wahren Nachrüst-Welle,
als sie im Alter von 10-15 Jahren als billige „All-Terrain“-Zugfahrzeuge für Landwirte,
Hobbygärtner oder Häuslebauer interessant wurden.

Obwohl für Limousine und auch Coupé natürlich Anhängerkupplungen ab Werk lieferbar waren,
findet man bei heutzutage angebotenen Autos sehr oft die nachgerüstete Haken,
auch wenn in Verkaufsannoncen gerne mal das Gegenteil behauptet wird.

Leider sind die nachgerüsteten Haken von Westfalia, Bosal & Co. in den meisten Fällen hastig & schlampig in schlecht entgratete Bohrlöcher geschraubt,
in Verbindung mit abenteuerlich bis brandgefährlich hineingepfuschter Elektrik.
Auch heute geben sich die wenigsten Werkstätten die notwendige Mühe,
bei einem 10-15 Jahre alten „Gebrauchten“ solche Nachrüstungen im Sinne einer möglichst guten Langzeithaltbarkeit durchzuführen.

Eine werksoriginale AHK erkennt man am deutlichsten an den entsprechenden Ausformungen im Boden der Formschaum-Kofferraumwanne;
der Verlauf der Stützstreben ist hier mit in die Form eingeprägt und somit deutlich zu erkennen.
Natürlich muß man unterscheiden zwischen den Abdrücken, die eine schon seit langem montierte Zubehör-AHK hinterlassen hat,
und den deutlich abgeformten Konturen in der speziell für Autos mit AHK produzierten Wannen.

Auch bei einer damals in einer Werksniederlassung (möglicherweise sogar fachmännisch) nachgerüsteten AHK
wird man diese Ausformungen in der Kofferraummmatte ebenfalls nicht finden.

Bedingt durch das serienmäßige Fehlen eines zusätzlichen Kofferraumteppichs,
neigen diese Formwannen zu Abnutzung und Rißbildung durch herumrutschende, scharfkantige Gegenstände im Kofferraum.
Speziell die Wannen für Autos mit werksseitiger AHK sind heute nur noch schwer in guten Zustand zu finden.

Auch ein aufgeprägtes VW/Audi-Logo auf dem Deckel der Anhängersteckdose
oder ein aus dem Lichtkabelbaum abzweigender Kabelstrang für dieselbe ist ein gutes Indiz für eine werksoriginale AHK.
Eine deutliche Sprache sprechen natürlich auch nachträglich in´s Armaturenbrett gebohrte Löcher für die Anhänger-Kontroll-Leuchte;
im Original findet sich diese im Anzeigefeld des Kombiinstrumentes.

Letzte Klarheit kann immer der Fahrzeugdatenträger auf der Innenseite der Kofferraumdeckels geben;
hier sind alle ab Werk mitbestellten Extras als Code aufgeführt.
Die Entschlüsselung kann jeder V.A.G.-Händler vornehmen, auch im Forum gibt es hierzu bereits umfangreiche Auflistungen.

Generell sollte bei Nachrüst-Kupplungen der Bereich um die Bohrlöcher herum
sowie die der Elektrik hinter dem Heckblech vor dem Kauf genauestens inspiziert werden;
trotz des Aufwandes lohnt auch der Blick unter die Formwanne auf den Kofferraumboden.
Unsaubere oder durch Überbeanspruchung ovale Bohrlöcher sind ein Garant für eindringendes Wasser,
das nur sehr langsam verdunsten kann und hier für großflächig flugrostbraunes Blech sorgt.

Siehe hierzu auch den Punkt Kofferraumboden.