Wartung und Verschleissteile


Der Typ 81/85 erfreut sich erst sind erst seit einigen Jahren wirklich eines soliden Liebhaberstatus - und auch die berühmten,
rostfreien Ersthandexemplare - wenn sich denn eines findet - leiden fast grundsätzlich unter massivem Wartungsstau.

Da gibt es Vorbesitzer, die von der Anspruchslosigkeit und Zuverlässigkeit ihres fahrbaren Untersatzes schwärmen
und sich damit brüsten, daß ihr Wagen ja die letzten 10 Jahre keine Inspektion „gebraucht“ hat...

Tatsächlich gilt die B2-Baureihe technisch als recht leidensfähig und steckt Vieles an Mißhandlung & mangelnder Pflege weg.

Grundsätzlich - und wenn nicht definitive Belege für einen kürzlich erfolgten Austausch gegen Neuteile (!) vorliegen -
empfiehlt es sich, das Folgende genau zu begutachten und ggf. kurzfristig zu erneuern:

Zahnriemen + Spannrolle
Zündkerzen (auf korrekten Wärmewert achten)
Zündspule
Verteilerkappe
Verteilerfinger
Zündkabel komplett (Zündgeschirr komplett vom selben Hersteller minimiert die Gefahr von Kompatibilitätsproblemen)
Unterbrecherkontakt (Motoren ohne TSZH)
alle Keilriemen
Scheibenwischer (Coupé: ebenfalls Heckscheibe, falls vorhanden)
Riemen Doppellüfter
Luftfiltereinsatz
Kühlwasser + Thermostat
Überdruckverschluß Kühlwassereinfüllstutzen
Motoröl + Ölfilter
Ölwannendichtung
Ventildeckeldichtung
Getriebeöl (bei Automatic: ATF, Filter + Wannendichtung)
Domlager
Stoßdämpfer ringsum
Koppelstangen
Querlenkerbuchsen
Stabilisator-Buchsen
Dichtung + O-Ring Heizigel (Vergasermotoren mit Ansaugvorwärmung)
Ansaugkrümmer-Dichtung
Vergaserfußdichtung (Vergasermotoren)
Buchsen Tilgergewicht
Dichtringe Einspritzdüsen (Einspritzmotoren)
Einspritzdüsen K-/KE-Jet (Einspritzmotoren)
alle Unterdruckschläuche im Motorraum
Spritschläuche vom Tank zur Spritleitung über Hinterachse
Spritfilter
-Vergasermotoren: zwischen Benzinpumpe & Vergaser im Motorraum
-Einspritzmotoren: zwischen Spritpumpe und Druckspeicher an der Hinterachse
-Dieselmotoren: in der Halterung an der Spritzwand

Pflege/Wartung:

Unterbrecherkontakt prüfen und ggf. nachjustieren (Motoren ohne TSZH) 2 oder 3 Tropfen (Motor-) Öl auf den Verteiler-Gleitfilz geben
Sprühfett auf alle Scharniere, Schloßfallen + Türfangbänder
Harzfreies Öl (z.B. Ballistol) in alle Schließzylinder + Antenne
Lichtupdate Fern- & Abblendlicht

Einige Teile wie

Auspuff
Auspuffgummis
Bremsschläuche, -scheiben, -beläge & -leitungen
Traggelenke
Radlager
Achswellenmanschetten
Spurstangenköpfe
Lenkgetriebemanschetten

sind hier bewußt nicht aufgeführt, da sie der eigenen Sicherheit (und/oder des TÜVs Willen) sowieso regelmäßig gewechselt werden.
Nichts davon hat sich -über normalen Verschleiß hinaus- als besondere Schwachstelle beim Typ 81/85 erwiesen;
abgesehen natürlich von der Verwendung von billigen Aftermarket-Teilen fragwürdiger Qualität & Herkunft.

Der Fakt, daß man mit 15 Jahre alten Reifen nicht mehr herumfährt, egal ob Sommer oder Winter,
und egal, wie "gut" das Profil noch sein mag, sollte hier eigentlich keiner gesonderten Erwähnung bedürfen.
Die Lebensdauer eines Autoreifens ist (unabhängig von der Profiltiefe) nach spätestens 7-8 Jahren überschritten,
auch bei sachgerechter Lagerung ist nach diesem Zeitraum der Großteil der Weichmacher ausgedünstet;
die Haftfähigkeit läßt rapide nach. Winterreifen erreichen dieses Stadium noch früher.

Da die Reifen das Einzige sind, was ein Fahrzeug mit der Straße verbindet, liegt es hier im Interesse jedes Fahrzeugführers selbst,
im Sinne seiner eigenen Gesundheit und auch der anderer Verkehrsteilnehmer, in regelmäßigen Abständen in die Fahrsicherheit seines Autos zu investieren.

Reifen sollten das Letzte sein, woran gespart wird.